Einlagen und Vorlagen kommen bei leichter bis mittelschwerer Inkontinenz zu Einsatz. Sie bestehen aus einer Zellstoffschicht und einem Superabsorber, der ein vielfaches seines Gewichts an Urin aufnehmen kann. Ein- und Vorlagen müssen in der Unterwäsche oder mithilfe einer Netzhose fixiert werden.
Windelhosen werden von vielen Patienten weniger akzeptiert, schützen aber zuverlässiger bei starker Inkontinenz. Auch für die Versorgung in der Nacht muss man bei vielen Patienten auf Windelhosen ausweichen.
Bettunterlagen sind manchmal bei Patienten notwendig, die Windel oder Einlagen nicht tolerieren und eigenmächtig entfernen, etwa aufgrund von Verwirrtheit oder einer Demenz.
Für Männer gibt es spezielle, der Anatomie angepasste Vorlagen. Bei starker Inkontinenz kann ein ableitendes System die Alternative sein. Dabei wird ein Kondom-Urinal am Penis befestigt und der Urin in einen am Bein fixierten Beutel geleitet.
Pflanzliche Mittel: Bei Harndrang können pflanzliche Mittel helfen. Für Frauen gibt es Präperate mit Gewürzsumach. Cranberry-Extrakt hilft, Harnwegsinfekten vorzubeugen, die den Harndrang verstärken. Bei Männern können pflanzliche Mittel, zum Beispiel mit Arzneikürbis oder Sägepalmen- und Brennnessel-Extrakt, die Drangsymptomatik lindern.
Dieser Artikel erschien in der Februarausgabe zum 15. Februar 2011 in der Apotheken-Umschau, und durfte mit freundlicher Genehmigung des Wort & Bild Verlages veröffentlicht werden. (Autor: Dr. Martin Allwang)